KMU

ZIM Richtlinie geändert

01. Dezember 2016 / Autor: Dipl.-Wirtschaftler Frank Wilcke (MBA)

Die Richtlinie zum Förderprogramm „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ wurde zum 01.12.2016 geändert und in Kraft gesetzt.
Neu gefasst wurde der Abschnitt 3.4. wie folgt:

Nicht antragsberechtigt sind Unternehmen, Forschungs- und Netzwerkeinrichtungen,

a) die ein sogenanntes Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne von Artikel 2 Nummer 18 VO (EU) 651/2014 sind,
b) über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt oder eröffnet worden ist; dasselbe gilt für Antragsteller und, sofern der Antragsteller eine juristische Person ist, für Inhaber juristischer Personen, die eine Vermögensauskunft nach § 807 der Zivilprozessordnung oder § 284 der Abgabenordnung 1977 abgegeben haben oder zu deren Abgabe verpflichtet sind,
c) die einem Sektor nach Artikel 1 Absatz 3 VO (EU) 651/2014 zuzuordnen sind.

Zum Unterpunkt a) hat die EU folgende Festlegungen und Formulierungen getroffen:

„Unternehmen in Schwierigkeiten“: Unternehmen, auf das mindestens einer der folgenden Umstände zutrifft:

a) für Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Im Falle von Gesellschaften mit beschränkter Haftung (ausgenommen KMU, die noch keine drei Jahre bestehen, und — in Bezug auf Risikofinanzierungsbeihilfen — KMU in den sieben Jahren nach ihrem ersten kommerziellen Verkauf, die nach einer Due-Diligence-Prüfung durch den ausgewählten Finanzintermediär für Risikofinanzierungen in Frage kommen): Mehr als die Hälfte des gezeichneten Stammkapitals ist infolge aufgelaufener Verluste verlorengegangen. Dies ist der Fall, wenn sich nach Abzug der aufgelaufenen Verluste von den Rücklagen (und allen sonstigen Elementen, die im Allgemeinen den Eigenmitteln des Unternehmens zugerechnet werden) ein negativer kumulativer Betrag ergibt, der mehr als der Hälfte des gezeichneten Stammkapitals entspricht. Für die Zwecke dieser Bestimmung bezieht sich der Begriff „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ insbesondere auf die Aktiengesellschaft, die Kommanditgesellschaft auf Aktien und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung) und der Begriff „Stammkapital“ umfasst gegebenenfalls alle Agios.

b) für offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften

Im Falle von Gesellschaften, bei denen zumindest einige Gesellschafter unbeschränkt für die Schulden der Gesellschaft haften (ausgenommen KMU, die noch keine drei Jahre bestehen, und — in Bezug auf Risikofinanzierungsbeihilfen — KMU in den sieben Jahren nach ihrem ersten kommerziellen Verkauf, die nach einer Due-Diligence-Prüfung durch den ausgewählten Finanzintermediär für Risikofinanzierungen in Frage kommen): Mehr als die Hälfte der in den Geschäftsbüchern ausgewiesenen Eigenmittel ist infolge aufgelaufener Verluste verlorengegangen. Für die Zwecke dieser Bestimmung bezieht sich der Begriff „Gesellschaften, bei denen zumindest einige Gesellschafter unbeschränkt für die Schulden der Gesellschaft haften“ insbesondere auf die in Anhang II der Richtlinie 2013/34/EU (die offene Handelsgesellschaft, die Kommanditgesellschaft) genannten Arten von Unternehmen.

c) für Unternehmen mit Insolvenzantragspflicht

Das Unternehmen ist Gegenstand eines Insolvenzverfahrens oder erfüllt die im innerstaatlichen Recht vorgesehenen Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens auf Antrag seiner Gläubiger.

d) für Unternehmen, die Rettungsbeihilfen erhalten haben

Das Unternehmen hat eine Rettungsbeihilfe erhalten und der Kredit wurde noch nicht zurückgezahlt oder die Garantie ist noch nicht erloschen beziehungsweise das Unternehmen hat eine Umstrukturierungsbeihilfe erhalten und unterliegt immer noch einem Umstrukturierungsplan.

e) Im Falle eines Unternehmens, das kein KMU ist:

In den letzten beiden Jahren
1. betrug der buchwertbasierte Verschuldungsgrad des Unternehmens mehr als 7,5 und
2. das anhand des EBITDA berechnete Zinsdeckungsverhältnis des Unternehmens lag unter 1,0.

Zu den nicht geförderten Sektoren gehören unter anderem: Fischerei und Aquakultur, Primärerzeugung, Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Für Anträge, die nunmehr gestellt werden, ist zu prüfen, ob eines der vorgenannten Kriterien zutrifft. Als ZIM-Netzwerkmanagementeinrichtung unterstützt und berät ip|m innovationspartner mittelstand kleine und mittlere Unternehmen hierzu.

 

ZIM Netzwerk Automatisierung Ausbaugewerke ZIM Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

Technikbasierte Dienstleistungssysteme

28. November 2015 / Autor: Dipl.-Wirtschaftler Frank Wilcke (MBA)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat am 09. November 2015 eine neue Richtlinie im Rahmen des Forschungsprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ veröffentlicht.

Ausdrücklich sollen kleine und mittlere Unternehmen besonders gefördert werden. Auf Basis der Richtlinie können technologieorientierte Unternehmen ebenso wie Firmen der Logistikbranche und andere Dienstleister gemeinsam mit Forschungseinrichtungen neue Verfahren entwickeln und dabei hohe Subventionen in Anspruch nehmen.

Gefördert werden Verbundprojekte, in denen Unternehmen und / oder Hochschulen gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte initieren wollen.

Kernpunkte der Förderrichtlinie „Technikbasierte Dienstleistungssysteme“ sind:

  • Produktionsbezogene Dienstleistungssysteme
  • Logistikbezogene Dienstleistungssysteme
  • Datenbezogene Dienstleistungssysteme

Im Abschnitt der produktionsbezogenen Dienstleistungssysteme werden Entwicklungen gefördert, die sich aufgrund der weiterentwickelnden Vernetzung der Produktion in vorausschauende, intergrierte, bedarfsgerechte Servicekonzepte unter Anwendung bereits verfügbarer Technik wandeln.
Folgende Aspekte sind dabei entsprechend der Richtlinie u. a. relevant:

  • Transformation reaktiver Wartungskonzepte mittels echtzeitorientierter Technik zu umfassenden, an den Bedarfen der Betreiber und Nutzer ausgerichteten Servicekonzepten
  • Verknüpfung von Echtzeit- und Massendaten zu neuen technischen Servicekonzepten mit dem Ziel höchster wertschöpfungsprozessübergreifender Verfügbarkeiten von Maschinen und Anlagen
  • Entwicklung von Dienstleistungen unter Berücksichtigung komplexer Interaktionsmuster und Abhängigkeiten zwischen vernetzten Systemen
  • Integration paralleler Dienstleistungen zu produktionsbezogenen Wertschöpfungssystemen, beginnend mit der Planung
  • Nutzung von Cloud-Konzepten für die unternehmensübergreifende Vernetzung technischer Servicekonzepte
  • Einbezug von Simulations- und Modellierungswerkzeugen sowie von Augmented Reality-Anwendungen
  • Konzeptionierung und Entwicklung KMU-tauglicher Predictive Maintenance-Ansätze
  • Nutzung von Sensorik und Produktionsdaten für die Unterstützung des Vertriebs.

Im Segment der logistikbezogenen Dienstleistungssysteme liegen die Schwerpunkte auf der Entwicklung von sog. Lead-Logistic-Provider-Konzepten, bei denen ein Full-Service entsprechend den veränderten Anforderungen von Kunden und Warenempfängern Rechnung getragen werden soll.

Insbesondere werden die folgenden Aufgabenstellungen besonders in die Förderung einbezogen:

  • Verbesserung der Schnittstelle zu Auftraggebern mittels technisch basierter Services
  • Modellierung von generischen Modellen für Logistikdienstleistungen
  • Entwicklung von Schnittstellen, Normen und Standards für technikbasierte Logistikdienstleistungen
  • Nutzung der neuen Wertschöpfungskonzepte wie z. B. Industrie 4.0 für die Entwicklung und Pilotierung umfassender Logistikdienstleistungen aus einem Guss
  • Entwicklung von technikbasierter Logistikdienstleistung, um Wertschöpfungsprozesse direkt zum Kunden zu verlagern
  • Integration echtzeitorientierter Anwendungen zur Verbesserung der Agilität logistikbezogener Dienstleistungssysteme
  • logistikbezogene Dienstleistungen für Losgröße 1+
  • Zentrale Bündelung vs. dezentraler Verteilung intelligenter Logik für die Erbringung von Dienstleistungen.

Ein weiterer Komplex der Förderrichtlinie wird der Thematik datenbezogene Dienstleistungssysteme gewidmet. Die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet wissensintensiver Dienstleistungen, deren Anteil in der Wertschöpfungskette weiter zunimmt, wird besonders unterstützt.

Weitere förderfähige Entwicklungen sind:

  • modulare Bereitstellung datenbezogener Dienstleistung
  • Vernetzung wissensintensiver Dienstleistung mit weiteren Prozessen der Wertschöpfungskette
  • datenbezogene Optimierung qualitativer und kreativer Prozesse
  • Einbindung von Prototyping-Möglichkeiten durch VR und AR in wissensintensive Dienstleistung
  • Nutzung von Cloud- und Crowd-Konzepten zur Erstellung und Vernetzung wissensintensiver Dienstleistung
  • Nutzung der Fähigkeiten von kognitiven Anwendungen für das Engineering und die Erbringung von wissensintensiver Dienstleistung.

Projektskizzen sind bis spätestens 16. April 2016 beim Projektträger einzureichen.

ip|m unterstützt Interessierte gern bei der Initiierung förderrelevanter Projekte.

Die gesamte Richtlinie wurde hier veröffentlicht.

ZIM – Entwurf der neuen Richtlinie veröffentlicht

19. Februar 2015 / Autor: Dipl.-Wirtschaftler Frank Wilcke (MBA)

„ZIM“ – Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

-Die Förderung des deutschen Mittelstandes-

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stellte den Entwurf der neuen ZIM-Richtlinie vor. Neben den großen Gemeinsamkeiten enthält die Richtlinie auch eine Reihe Neuerungen!

ZIM – Was ist das?

Dieses rückzahlungsfreie Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt mittelständische Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Ziel des ZIM ist die nachhaltige Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, indem neue und innovative Produkte oder Dienstleistungen zielführend in den Markt gebracht werden.

Ein nachhaltiger und messbarer Erfolg!

Mit Hilfe dieses Programms wurden bis Ende 2014 rund 28.000 Innovationen mit 3,8 Mrd. Euro bewilligt.

Aufgrund der großen Fürsprache, auch von Seiten des Bundes, wird das ZIM nun bis Ende 2019 weiter verlängert.

Die NEUE Richtlinie!

Der erste Entwurf der neuen Richtlinie ist bereits auf der Homepage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie frei einsehbar und verspricht einige vielversprechende Erneuerungen.

Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick!

Das Bundesministerium erhöhte das Budget um 30 Mio. Euro:

  • die zu beantragenden förderfähigen Kosten wurden von 350.000 Euro auf 380.000 Euro erhöht,
  • die zu beantragenden Personalkosten wurden von 80.000 Euro auf 100.000 Euro angehoben,
  • die zuwendungsfähigen Kosten der Forschungseinrichtungen liegen nun in allen Fällen bei 100 %.

Zudem wurden einige Fördersätze erhöht:

Unternehmensgröße

Einzelprojekte

Kooperationsprojekte

Kooperationsprojekte mit ausländischen Partnern

kleine Unternehmen in den neuen Bundesländern

45%

50%

55%

kleine Unternehmen in den alten Bundesländern

40%

45%

55%

mittlere Unternehmen

35%

40%

50%

mittlere Unternehmen bis 500 MA

25%

30%

40%

 

Innerhalb der alten Richtlinie wurde die Laufzeit des ZIM auf 3 Jahre begrenzt.

  • Diese Beschränkung fällt nun ersatzlos weg.

Auch war bisher die Anzahl der Mitarbeiter bei Kooperationsprojekten auf max. 250 begrenzt.

  • Hier fand eine Erhöhung der Mitarbeiter bei Partner- und Verbundunternehmen auf insgesamt 500 statt.

Eine weitere Neuerung gibt es im Bereich der „DL-Anträge“(Dienst-und Beratungsleistung – neu: Unterstützung bei der Markteinführung):

  • Nunmehr dürfen pro bewilligtem ZIM-Antrag bis zu drei Anträge zur Unterstützung bei der Markeinführung der Innovation gestellt werden.

Sobald die neue Richtlinie verabschiedet wurde, können wieder Anträge gestellt werden.

Dies wird mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger voraussichtlich zum Ende des ersten Quartals 2015 geschehen.

Viele neue Produkte wurden mit der Unterstützung dieses Programms erfolgreich zur Serienreife gebracht und somit ein Alleinstellungsmerkmal für das Unternehmen geschaffen.

Wir begleiten auch Ihr Unternehmen und stehen Ihnen mit Rat und Tat bis zum Ende des Förderprogramms zur Seite.

Gemeinsam entwickeln wir eine Idee, kalkulieren mit Ihnen die Kosten und erledigen die Administration und Beantragung des Projekts.

Lassen Sie uns gemeinsam etwas Neues schaffen! – Ihr Produkt

Quelle: http://www.zim-bmwi.de/, am 21.01.2015