Die neuesten Beiträge

Technikbasierte Dienstleistungssysteme

28. November 2015 / Autor: Dipl.-Wirtschaftler Frank Wilcke (MBA)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat am 09. November 2015 eine neue Richtlinie im Rahmen des Forschungsprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ veröffentlicht.

Ausdrücklich sollen kleine und mittlere Unternehmen besonders gefördert werden. Auf Basis der Richtlinie können technologieorientierte Unternehmen ebenso wie Firmen der Logistikbranche und andere Dienstleister gemeinsam mit Forschungseinrichtungen neue Verfahren entwickeln und dabei hohe Subventionen in Anspruch nehmen.

Gefördert werden Verbundprojekte, in denen Unternehmen und / oder Hochschulen gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte initieren wollen.

Kernpunkte der Förderrichtlinie „Technikbasierte Dienstleistungssysteme“ sind:

  • Produktionsbezogene Dienstleistungssysteme
  • Logistikbezogene Dienstleistungssysteme
  • Datenbezogene Dienstleistungssysteme

Im Abschnitt der produktionsbezogenen Dienstleistungssysteme werden Entwicklungen gefördert, die sich aufgrund der weiterentwickelnden Vernetzung der Produktion in vorausschauende, intergrierte, bedarfsgerechte Servicekonzepte unter Anwendung bereits verfügbarer Technik wandeln.
Folgende Aspekte sind dabei entsprechend der Richtlinie u. a. relevant:

  • Transformation reaktiver Wartungskonzepte mittels echtzeitorientierter Technik zu umfassenden, an den Bedarfen der Betreiber und Nutzer ausgerichteten Servicekonzepten
  • Verknüpfung von Echtzeit- und Massendaten zu neuen technischen Servicekonzepten mit dem Ziel höchster wertschöpfungsprozessübergreifender Verfügbarkeiten von Maschinen und Anlagen
  • Entwicklung von Dienstleistungen unter Berücksichtigung komplexer Interaktionsmuster und Abhängigkeiten zwischen vernetzten Systemen
  • Integration paralleler Dienstleistungen zu produktionsbezogenen Wertschöpfungssystemen, beginnend mit der Planung
  • Nutzung von Cloud-Konzepten für die unternehmensübergreifende Vernetzung technischer Servicekonzepte
  • Einbezug von Simulations- und Modellierungswerkzeugen sowie von Augmented Reality-Anwendungen
  • Konzeptionierung und Entwicklung KMU-tauglicher Predictive Maintenance-Ansätze
  • Nutzung von Sensorik und Produktionsdaten für die Unterstützung des Vertriebs.

Im Segment der logistikbezogenen Dienstleistungssysteme liegen die Schwerpunkte auf der Entwicklung von sog. Lead-Logistic-Provider-Konzepten, bei denen ein Full-Service entsprechend den veränderten Anforderungen von Kunden und Warenempfängern Rechnung getragen werden soll.

Insbesondere werden die folgenden Aufgabenstellungen besonders in die Förderung einbezogen:

  • Verbesserung der Schnittstelle zu Auftraggebern mittels technisch basierter Services
  • Modellierung von generischen Modellen für Logistikdienstleistungen
  • Entwicklung von Schnittstellen, Normen und Standards für technikbasierte Logistikdienstleistungen
  • Nutzung der neuen Wertschöpfungskonzepte wie z. B. Industrie 4.0 für die Entwicklung und Pilotierung umfassender Logistikdienstleistungen aus einem Guss
  • Entwicklung von technikbasierter Logistikdienstleistung, um Wertschöpfungsprozesse direkt zum Kunden zu verlagern
  • Integration echtzeitorientierter Anwendungen zur Verbesserung der Agilität logistikbezogener Dienstleistungssysteme
  • logistikbezogene Dienstleistungen für Losgröße 1+
  • Zentrale Bündelung vs. dezentraler Verteilung intelligenter Logik für die Erbringung von Dienstleistungen.

Ein weiterer Komplex der Förderrichtlinie wird der Thematik datenbezogene Dienstleistungssysteme gewidmet. Die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet wissensintensiver Dienstleistungen, deren Anteil in der Wertschöpfungskette weiter zunimmt, wird besonders unterstützt.

Weitere förderfähige Entwicklungen sind:

  • modulare Bereitstellung datenbezogener Dienstleistung
  • Vernetzung wissensintensiver Dienstleistung mit weiteren Prozessen der Wertschöpfungskette
  • datenbezogene Optimierung qualitativer und kreativer Prozesse
  • Einbindung von Prototyping-Möglichkeiten durch VR und AR in wissensintensive Dienstleistung
  • Nutzung von Cloud- und Crowd-Konzepten zur Erstellung und Vernetzung wissensintensiver Dienstleistung
  • Nutzung der Fähigkeiten von kognitiven Anwendungen für das Engineering und die Erbringung von wissensintensiver Dienstleistung.

Projektskizzen sind bis spätestens 16. April 2016 beim Projektträger einzureichen.

ip|m unterstützt Interessierte gern bei der Initiierung förderrelevanter Projekte.

Die gesamte Richtlinie wurde hier veröffentlicht.

Tags: , , , ,
Kategorien: Fördermittel